Boxtraining während dem Fastenmonat Ramadan

boxen im ramadan

Für die Muslime weltweit gibt es in jedem Jahr einen ganz besonderen Monat – den Fastenmonat Ramadan. In diesem Monat verzichten die Gläubigen von morgens bis abends komplett auf Trinken & Essen, erst am Abend darf wieder gegessen und getrunken werden.

Kann unter diesen Bedingungen noch ein Training stattfinden oder muss man einen kompletten Monat auf das Training verzichten?

Wir von Schattenboxen.net wollen der Sache näher auf den Grund gehen und unseren muslimischen Freunden ein paar Tipps geben, wie sie auch im Ramadan weiterhin trainieren können.

Für alle die es nicht wissen, der Fastenmonat Ramadan ist eines von fünf Pflichtgeboten im Islam. Dabei dürfen die Muslime morgens vor Sonnenaufgang essen & trinken, anschließend müssen sie den ganzen Tag durch fasten.

Das bedeutet konkret, komplett auf Nahrung zu verzichten. Erst am Abend ist es den gläubigen Muslimen wieder erlaubt Nahrung aufzunehmen.

Jetzt wird sicher der ein oder andere denken, „Das ist ja unmöglich durchzuhalten, geschweige denn ein normales Kampfsport-Training mitzumachen!“.

Und ja, es ist sicherlich keine einfache Sache den ganzen Tag ohne Nahrung  auszukommen und dann noch ein anstrengendes Training durchzuhalten, vor allem jetzt in der Sommerzeit bei der Hitze, wo die Muslime von 03:00Uhr bis 21:30Uhr durch fasten müssen.

Falls Ihr Euch entschlossen habt den Ramadan zu fasten und wie gewohnt an einem Training teil zu nehmen, solltet Ihr ein paar Sachen bedenken.

#1 Ausreichend Wasser morgens trinken!

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und ohne Wasser geht bei uns nun mal gar nichts! Über den Tag verlieren wir auch ohne viel Bewegung ständig durchs Schwitzen Wasser.

Deswegen ist es wichtig, wenn Ihr morgens Euer Fasten beginnt, dass Ihr ausreichend Wasser zu Euch nehmt! Saft ist zwar lecker, aber ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich morgens Wasser zu mir genommen habe, dann fiel der Durst über den Tag etwas geringer aus.

Ist es endlich am Abend so weit und Ihr dürft wieder trinken, dann übertreibt es jedoch nicht sofort und hängt Euch nicht direkt so an die Flasche, dass Ihr zu ersticken droht. Empfehlenswert ist es als erstes ein Glas Wasser vor dem Essen zu nehmen.

Dieses Glas solltet Ihr in kleinen Schlücken mit Pausen austrinken. So gewöhnt Ihr Euren Körper, der den ganzen Tag gefastet hat, wieder an Nahrung und gibt ihm die Chance wieder in seinen gewohnten Rhythmus zu kommen.

#2 Stopf dich nicht voll mit dem leckeren Essen!

Klar hat man nach einem ganzen Tag ohne etwas zu Essen einen Bärenhunger, aber trotzdem gibt es keinen Grund dazu, dass du dich am Abend beim „Iftar“ so vollstopfst, dass du kaum auf den eigenen Füßen stehen kannst.

Falls du das mal erlebt hast, dann weißt du sicherlich wie unangenehm das Gefühl ist. Also lerne dich zu beherrschen und gehe die Sache etwas langsamer an, schließlich läuft das Essen nicht davon, oder?

Ich empfehle am Anfang eine leichte Suppe und über den Abend langsam weitere Nahrung zu sich zu nehmen. So belastest du deinen Körper nicht unnötig, kriegst keine Bauchschmerzen und gewöhnst dich besser an das Fasten.

#3 Training vor dem Fastenbrechen

Ich weiss noch vom letzten Jahr, wie ich trotz des Fastens keinen Kraftverlust spürte und am Nachmittag ins Training zum Boxen ging. Schnell wurde mir allerdings klar, dass ich trotz Motivation nicht wie gewohnt mit vollem Einsatz trainieren konnte.

Nach dem Training war ich ziemlich erschöpft und zudem sehr durstig. Aber trinken ist nicht erlaubt und bis zum Abendessen waren es noch 3-4 Stunden. Das waren wohl die längsten Stunden meines Lebens.

Seit dem habe ich mein Boxtraining auf etwa eine bis eineinhalb Stunden vor dem Abendessen verlegt. So hatte ich im Hinterkopf, dass ich nach dem Training auch nicht allzulange warten muss, um etwas zwischen die Zähne zu bekommen und konnte mich mehr auf das Training konzentrieren.

#4 Nach dem Fastenbrechen trainieren?

Nun sicherlich auch eine Möglichkeit, aber mit einem vollem Magen lässt es sich schwer trainieren. Sicherlich weißt du, dass du eineinhalb bis zwei Stunden vor dem Training nichts essen solltest, auch wenn gerade kein Fastenmonat  ist.

Man kriegt schneller Seitenstechen und wird träger. Also rate ich davon ab, sein Kampfsport-Training direkt nach dem Abendessen zu vollziehen.

Aber jeder Mensch ist anders und hat auch zu bestimmten Zeiten seine „maximale Leistung“, deswegen sollte dies jeder für sich selber herausfinden.

#5 Ausdauertraining während dem Fasten?

Klar kannst du weiterhin Joggen gehen und am besten wie oben erwähnt etwa eine Stunde vor dem Fastenbrechen, dabei sollte es ein eher „gemütliches“ Joggen sein und keine harten Sprints.

Auf das Ausdauertraining mit dem Boxsack würde ich generell eher verzichten und es beim leichten Joggen belassen. Nur sollte man es nicht übertreiben und immer daran denken, dass der Körper auch seine Grenzen hat.

Danach tut auch eine Abkühlung in Form einer kalten Dusche, oder im Pool doppelt so gut.

#6 Essen Tipps für morgens und abends

Wie schon oben erwähnt, eignet sich normales Wasser besser, um seinen Flüssigkeits-Bedarf zu decken. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Essen aus? Einfach drauflos essen, was einem in die Quere kommt? Falsch!

Auch wenn man über den Tag einen großen Hunger entwickelt, ist dies immer noch kein Grund sich mit viel Kuchen und anderen ungesunden Nahrungsmittel wie Chips etc. vollzustopfen.

Achte weiterhin auf eine gesunde & natürliche Ernährung, wie z.B. Fisch, Gemüse und viel Obst, um auch wieder genug Vitamine zu dir zu nehmen. Besonders empfehlenswert sind Datteln, denn Datteln haben so viele Nährstoffe, dass der Mensch tatsächlich nur von Datteln leben könnte.

Morgens sollte man möglichst keine fettigen und trockenen Sachen essen, da diese deinen Durst nur erhöhen. Hier gilt – weniger ist mehr.

Gerade am Anfang des Fastens ist es etwas schwer für deinen Körper, sich aus seinem normalen Rhythmus herauszubewegen.

So solltest du ihn daran gewöhnen und morgens nicht zu viel essen. Mit der Zeit wirst du merken, wie dies dir besser bekommt und du weniger Hunger am Tag hast.

#7 Ein Nachmittagsschläfchen bewirkt Wunder

Fasten ist anstrengend und falls du dich doch mal etwas müde fühlst, dann leg dich ruhig etwas hin. Gerade zur Mittagszeit hat der Mensch das Bedürfnis sich etwas auszuruhen, dabei musst du nicht unbedingt einschlafen.

Studien haben gezeigt, dass eine Stunde Schlaf zur Mittagszeit sich positiv auf das Herz des Sportlers und seine Energie auswirken.

Deswegen bieten einige Firmen ihren Mitarbeitern einen Schlafraum, um ein kleines Mittagsschläfchen zu halten. Probiere es mal aus, du wirst feststellen wie geladen du danach bist und Lust auf ein Training bekommst.

Hoffentlich konnte ich euch mit dem Artikel helfen wie ihr auch beim fasten weiterhin trainieren könnt. In diesem Sinne wünsche ich allen Muslimen einen gesegneten Ramadan – Ramadan Karim!

3 Kommentare

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  • Schöner Artikel und gut zu wissen für den nächsten Ramadan.
    Ich habe diesen Ramadan auch täglich trainiert und es war wirklich nicht einfach aber auch nicht unmöglich wie viele behaupten.

  • Ich bin sehr froh das Ihr euch damit befasst. Ich bin eine Muslima die Profiboxen praktiziert und im Ramadan immer trainiert. Es ist genaus so wie beschrieben. Leichtes Joggen ist immer noch am besten auch mageres Fleisch und Fisch. Auf gar keinen Fall sich voll stopfen. Danke für diesen Artikel :-)

  • Auch wenn mich der Artikel nicht persönlich trifft, finde ich es gut das ihr euch auch mit solchen Themen auseinander setzt. Respekt!

Hi. ICH BIN ADNAN

Ich boxe schon seit vielen Jahren als Amateur Boxer und bin der Autor dieser Boxseite. Eine Seite, die dazu da ist dir zu helfen besser boxen zu lernen.