Krafttraining fürs Boxen: stärker werden, ohne langsamer zu werden

Boxer brauchen Kraft, die schnell abrufbar ist und Gelenke schützt, nicht möglichst viel Masse. Diese Übungen und eine Beispiel-Einheit zeigen, wie Krafttraining das Boxen unterstützt.

Krafttraining für Boxer hat ein anderes Ziel als Bodybuilding. Es geht nicht darum, möglichst viel Muskelmasse aufzubauen, sondern um drei Dinge: Kraft, die sich schnell in einen Schlag übertragen lässt, einen stabilen Körper, der Treffer und viele Runden aushält, und robuste Schultern, Handgelenke und Nacken. Welche Muskelgruppen beim Boxen überhaupt arbeiten, erklärt der Ratgeber zum Boxer-Körper.

Die Grundsätze

Die wichtigsten Übungen für Boxer

BereichÜbungenWofür
BeineKniebeugen, Ausfallschritte, Sprünge auf eine niedrige KisteKraft vom Boden, Beinarbeit
HüfteKreuzheben-Varianten, HüfthebenStreckung und Drehung
RumpfUnterarmstütz, seitlicher Stütz, Rotation gegen ein BandKraftübertragung, Stabilität
DruckLiegestütze, SchulterdrückenGeraden, Schulterkraft
ZugRudern, KlimmzügeHaltung, Schulterbalance
Griff und UnterarmeHalten schwerer Gewichte, Farmer's Walkstabile Faust und Handgelenk
Nackenleichte Halteübungen gegen die eigene HandStabilisierung des Kopfes

Liegestütze: der Klassiker

Liegestütze sind für Boxer so beliebt, weil sie Brust, Schultern, Trizeps und Rumpf zugleich fordern und überall gehen. Halte den Körper in einer Linie, die Ellbogen nah am Körper, und senke dich kontrolliert ab. Varianten wie explosive Liegestütze kommen erst, wenn die Grundform viele saubere Wiederholungen lang sitzt.

Nackentraining mit Vorsicht

Ein kräftiger Nacken stabilisiert den Kopf. Beginne mit sanften Halteübungen: Hand an die Stirn, gegen den Widerstand halten, ohne den Kopf zu bewegen; dasselbe seitlich und am Hinterkopf. Schwere Nackengeschirre oder Brückenübungen gehören nicht in das Training von Einsteigern ohne Anleitung.

Explosiv, aber kontrolliert

Boxen verlangt Kraft, die in Sekundenbruchteilen da ist. Sprünge auf eine niedrige Kiste, beidbeinige Weitsprünge oder Medizinballwürfe gegen eine Wand trainieren genau das. Halte die Wiederholungszahl niedrig und mach zwischen den Sätzen ausreichend Pause, denn es geht um Qualität, nicht um Ermüdung. Lande weich in den Knien, und hör auf, sobald die Sprünge oder Würfe langsamer werden. Solche Übungen gehören an den Anfang der Einheit, solange du frisch bist, nie ans Ende.

Beispiel-Einheit: 40 Minuten

Ein Vorschlag der Redaktion, kein Standard. Die Zahlen sind ein Startpunkt, keine Vorgabe; passe sie an dein Niveau an.

ÜbungSätze × WiederholungenPause
Aufwärmen: Seil, Mobilität8 min—
Kniebeugen3 × 890 s
Rudern (Kurzhantel oder Band)3 × 10 je Seite60 s
Liegestütze3 × so viele saubere wie möglich, minus zwei60 s
Ausfallschritte2 × 8 je Bein60 s
Rotation gegen ein Band2 × 10 je Seite45 s
Unterarmstütz3 × 30 s30 s
Nacken-Halteübung2 × 15 s je Richtung30 s

Wenn alle Wiederholungen sauber gelingen, steigere beim nächsten Mal leicht: ein paar Wiederholungen mehr oder etwas mehr Gewicht, nie beides zugleich.

Krafttraining in der Boxwoche

Für Hobbyboxer reichen meist ein bis zwei Krafteinheiten pro Woche, ebenfalls als Vorschlag. Lege sie nicht direkt vor das Sparring oder eine harte Pratzeneinheit, denn müde Schultern und Beine machen unsauber. Ein Wochenaufbau mit Kraft, Technik, Kondition und Ruhetagen steht im Artikel zum Trainingsplan fürs Boxen. Für das Aufwärmen vor der Krafteinheit eignet sich das Seil; wie du es lernst, zeigt der Ratgeber Seilspringen lernen.

Wer vor allem härter schlagen will, findet beim Thema Schlagkraft trainieren heraus, warum Technik dabei mehr zählt als Hantelgewicht. Alle Trainingsthemen findest du im Bereich Boxen lernen.

Häufige Fragen

Wie oft sollten Boxer Krafttraining machen?

Ein bis zwei Einheiten pro Woche reichen für die meisten Hobbyboxer, als Vorschlag der Redaktion. Wichtig ist, dass zwischen harten Kraft- und Boxeinheiten genug Erholung liegt.

Machen Gewichte Boxer langsam?

Nicht, wenn das Training passt. Langsam machen eher erschöpfte Muskeln, schlecht geplante Einheiten und reines Masse-Training. Ganzkörperübungen mit sauberer, zügiger Ausführung unterstützen das Boxen.

Reichen Liegestütze als Krafttraining fürs Boxen?

Sie sind ein guter Anfang, decken aber nur Druckmuskulatur und Rumpf ab. Beine, Hüfte und der Rücken brauchen eigene Übungen wie Kniebeugen und Rudern.

Ist Nackentraining für Hobbyboxer sinnvoll?

Sanfte Halteübungen gegen den Widerstand der eigenen Hand sind ein vernünftiger Einstieg. Schwere Geräte und Brückenübungen gehören nur unter Anleitung ins Training.

Krafttraining vor oder nach dem Boxen?

Wenn beides an einem Tag stattfindet, kommt die Technik meist zuerst, solange du frisch bist. Besser ist es, Kraft und hartes Boxtraining auf verschiedene Tage zu legen.