Uppercut: so schlägst du den Aufwärtshaken richtig
Der Uppercut ist der Schlag von unten, der durch eine enge Deckung findet. Er wirkt einfach, ist aber der Grundschlag, der am leichtesten zu früh verraten wird.
Der Uppercut, auf Deutsch Aufwärtshaken, ist einer der vier Grundschläge im Boxen. Er steigt von unten nach oben zum Kinn oder in den Körper und wird fast nur auf kurzer Distanz eingesetzt. Wo Jab und Cross an einer geschlossenen Deckung abprallen, findet der Uppercut die Lücke zwischen den Unterarmen.
Den Überblick über alle vier Schläge und ihre Nummerierung findest du auf der Seite zu den Boxschlägen. Hier geht es nur um den Uppercut. Die Beschreibung gilt für die Linksauslage, in Rechtsauslage ist alles gespiegelt.
Wann der Uppercut passt
Der Uppercut braucht Nähe. Aus der Distanz ist der Weg zu lang und der Schlag zu leicht zu sehen.
- Der Gegner ist nah und hält die Deckung eng vor dem Gesicht.
- Der Gegner beugt sich nach vorn oder duckt sich in deine Richtung.
- Nach einer Geraden, wenn der Gegner die Hände hebt und der Körper frei wird.
Der hintere Uppercut Schritt für Schritt
Der hintere Uppercut (mit der rechten Hand in Linksauslage) ist kräftiger und wird meist zuerst gelernt.
- Aus der Grundstellung gehst du leicht in die Knie und verlagerst das Gewicht etwas auf das hintere Bein. Die Hände bleiben oben.
- Der hintere Fuß dreht auf dem Ballen ein, die Hüfte dreht nach vorn.
- Gleichzeitig streckst du die Beine. Der Schlag steigt durch diese Bewegung nach oben, nicht durch einen Schwung aus dem Arm.
- Der Ellbogen bleibt angewinkelt, ungefähr im rechten Winkel. Die Handfläche zeigt im Ziel zu dir.
- Die Faust stoppt etwa auf Kinnhöhe des Gegners und kommt auf kürzestem Weg zurück an dein Kinn.
Der vordere Uppercut funktioniert genauso, nur mit kürzerem Weg und weniger Drehung. Er ist schneller, aber weniger kräftig.
| Merkmal | vorderer Uppercut | hinterer Uppercut |
|---|---|---|
| Hand (Linksauslage) | links | rechts |
| Weg | kurz | länger |
| Drehung | wenig | deutlich, mit eindrehendem Fuß |
| Einsatz | schnell, nach einem Jab oder im Nahkampf | als kräftiger Abschluss einer Kombination |
Drei typische Fehler und wie du sie korrigierst
- ⚠️ Die Hand fällt vor dem Schlag. Wer die Faust erst nach unten zieht, um Schwung zu holen, kündigt den Uppercut an und öffnet die eigene Deckung. Korrektur: Die Hand senkt sich nur so weit, wie die Knie beugen. Vor dem Spiegel siehst du, ob der Schlag „telegrafiert“ wird.
- ⚠️ Der Arm wird gestreckt. Ein gestreckter Arm macht aus dem Uppercut eine weite Schaufelbewegung ohne Kraft. Korrektur: Ellbogen angewinkelt halten, als würdest du eine Hantel zur Schulter heben.
- ⚠️ Nur der Arm arbeitet. Ohne Beinstreckung und Hüftdrehung bleibt der Schlag schwach. Korrektur: Den Uppercut zuerst ganz ohne Arm üben, nur Knie beugen, drehen und strecken, dann den Arm dazunehmen.
Übungen für den Uppercut
✅ Ein Vorschlag der Redaktion, kein Standard:
- Schattenboxen: eine Runde nur mit Uppercuts, abwechselnd links und rechts, langsam. Achte darauf, dass die freie Hand am Kinn bleibt.
- Kombination 1-2-6: Jab, Cross, hinterer Uppercut. Der Cross lässt den Gegner die Deckung schließen, der Uppercut findet den Weg darunter.
- Am Boxsack: Ein hängender Sack eignet sich nur bedingt, weil er oben aufgehängt ist. Schlage auf die untere Hälfte oder nutze eine Uppercut-Form, falls dein Gym eine hat.
- An den Pratzen: Die Partnerin hält die Pratze waagerecht mit der Fläche nach unten. So bekommst du sofort Rückmeldung, ob der Schlag gerade nach oben kommt.
Weitere Kombinationen mit dem Uppercut zeigt die Seite zu Box-Kombinationen. Wie du dich gegen einen Uppercut schützt, erklärt die Seite zur Verteidigung im Boxen.
Der Uppercut im Sparring
Der Uppercut trifft das Kinn von unten und ist deshalb im Sparring ein Schlag, den du kontrolliert dosierst. Im Sparring geht es um Technik und Timing, nicht um harte Treffer. Wie ein sinnvolles erstes Sparring im Boxen aussieht, mit Kopfschutz, Trainer und niedriger Intensität, steht dort. Alle Technikseiten findest du im Bereich Boxen lernen.
Häufige Fragen
Was ist ein Uppercut?
Ein Uppercut ist ein Schlag, der von unten nach oben geführt wird, meist zum Kinn oder in den Körper. Auf Deutsch heißt er Aufwärtshaken. Er gehört zu den vier Grundschlägen im Boxen, neben Jab, Cross und Haken.
Mit welcher Hand schlägt man einen Uppercut?
Mit beiden. Der hintere Uppercut ist kräftiger, weil er mehr Drehung und Weg hat, der vordere ist schneller. In der verbreiteten Nummerierung vieler Gyms ist der vordere Uppercut die 5 und der hintere die 6, das ist aber nicht überall gleich.
Warum ist mein Uppercut so schwach?
Meist kommt er nur aus dem Arm. Die Kraft entsteht, wenn du leicht in die Knie gehst, die Hüfte drehst und die Beine streckst, während der Arm angewinkelt bleibt. Ein gestreckter Arm verliert fast die gesamte Kraft.
Kann man einen Uppercut aus der Distanz schlagen?
Selten sinnvoll. Aus der Distanz hat die Faust einen langen Weg und der Gegner sieht den Schlag kommen. Der Uppercut gehört auf die kurze Distanz oder in eine Kombination, nachdem eine Gerade den Gegner zum Schließen der Deckung gebracht hat.
Wie übe ich den Uppercut ohne Partner?
Im Schattenboxen vor dem Spiegel und am unteren Teil eines Boxsacks. Übe zuerst nur die Bewegung aus den Beinen ohne Arm, dann mit Arm und langsam. Erst wenn die freie Hand zuverlässig am Kinn bleibt, erhöhst du das Tempo.