Boxen Regeln: die wichtigsten Regeln für Amateure und Profis

Ein Boxkampf folgt einem Regelwerk, das Punkte, Fouls und Niederschläge genau festlegt. Hier steht, was die Verbände schreiben, mit Quelle und Stand.

Die Boxen Regeln sind nicht ein einziges Buch. Im olympischen Boxen, früher Amateurboxen genannt, gelten die Wettkampfregeln von World Boxing (in Kraft seit November 2024) und in Deutschland die Wettkampfbestimmungen des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV, Stand 1. September 2026, in Kraft ab 1. November 2026). Im Profiboxen schreibt jeder Verband eigene Regeln. Die Grundidee ist überall gleich: Getroffen wird nur mit der geschlossenen Faust, nur auf erlaubte Ziele, und wer besser boxt, gewinnt nach Punkten oder vorzeitig.

Diese Seite erklärt die Regeln, die beide Welten teilen, und zeigt, wo sie auseinandergehen. Rundenzahlen und Altersklassen im Detail stehen auf der Seite zum Amateurboxen.

Wie gepunktet wird: das 10-Punkte-Muss-System

Fast alle Regelwerke werten nach dem 10-Punkte-Muss-System (englisch „10 Point Must“). World Boxing beschreibt es so: Jede Punktrichterin und jeder Punktrichter bewertet die Runde für sich, der Sieger der Runde bekommt 10 Punkte, der Verlierer 9 oder weniger. Sieben Punkte sind laut World Boxing das Minimum, und keine Runde darf unentschieden gewertet werden. Der DBV formuliert dasselbe auf Deutsch: Der unterlegene Wettkämpfer erhält „je nach Grad seiner Unterlegenheit 9, 8 oder 7 Punkte“.

RegelwerkWertungssystemPunktrichter
World Boxing (2024)10-Punkte-Muss, keine Runde unentschiedenfünf, der Ringrichter wertet nicht
DBV (2026)10-Punkte-Muss, Verlierer 9, 8 oder 7im Regelwerk festgelegt
IBF-Titelkämpfe10-Punkte-Mussdrei, der Ringrichter wertet nicht
Unified Rules der ABC (2016)10-Punkte-Muss als Standardje nach Kommission

Gewertet werden saubere Treffer auf die erlaubte Trefferfläche. Der DBV definiert sie als Vorderseite des Kopfes und Vorderseite des Oberkörpers oberhalb und einschließlich der Gürtellinie. Hinterkopf, Nacken, Hals, Wirbelsäule, unterer Rücken und alles unterhalb der Gürtellinie gehören nicht dazu.

Was im Boxen verboten ist

Die Liste der Fouls ist lang. World Boxing zählt in Regel 8.5 über dreißig Punkte auf. Die wichtigsten für Zuschauer und Anfänger:

Der DBV nennt in § 43 dieselben Grundsätze, etwa das Festhalten, um Schläge anzubringen, das Stoßen mit dem Kopf und das Abducken unter die gegnerische Gürtellinie. Für ein Foul kann die Ringrichterin verwarnen, Punkte abziehen lassen oder bei schweren Verstößen disqualifizieren.

Niederschlag, Anzählen und K.o.

Geht ein Boxer nach einem Treffer zu Boden, hängt er hilflos in den Seilen oder wirkt er nach einem harten Schlag benommen, spricht das Regelwerk von einem Niederschlag. World Boxing schreibt vor, dass die Ringrichterin dann „Stop“ sagt und zählt: bis acht, wenn der Boxer weitermachen kann, bis zehn, wenn nicht. Wird bis zehn gezählt, hat er durch K.o. verloren. Die Ringrichterin kann einen Kampf auch vorher abbrechen, wenn ein Boxer nicht mehr ausreichend verteidigungsfähig ist.

Ein K.o. hat Folgen über den Kampf hinaus. Die Schutzsperren nach Kopftreffern erklärt der Ratgeber über Kopftreffer und ihre Folgen.

Wo sich Amateur- und Profiregeln unterscheiden

PunktOlympisches BoxenProfiboxen (Beispiel IBF)
Rundendrei Runden (World Boxing, DBV)zwölf Runden à drei Minuten in Titelkämpfen
Rundenpauseeine Minuteeine Minute
Anzählen im Stehenja, bei World Boxingnein: die Unified Rules der ABC (2016) schließen es aus
Handschuhe10 oder 12 ozIBF-Titelkämpfe: 8 oz bis 154 Pfund, 10 oz ab 155 Pfund

Beim Kopfschutz im olympischen Boxen sind sich die Weltverbände nicht einig. World Boxing schreibt ihn für Elite-Frauen vor und verbietet ihn für Elite-Männer. Die IBA, der andere Weltverband, verbietet ihn in ihren Regeln vom April 2026 für Elite-Männer und Elite-Frauen. Der DBV folgt der Linie von World Boxing: Kopfschutz tragen in Deutschland alle Frauen und alle Nachwuchsklassen. Welche Gewichtsgrenzen gelten, steht im Überblick zu den Gewichtsklassen im Boxen.

Für Hobbyboxer im Verein gilt im Training ohnehin, was die Trainerin festlegt. Wer zum ersten Mal in den Ring steigt, liest am besten auch die Seite über Sparring für Anfänger. Alle Themen rund um Regeln und Kampfsport sammelt der Bereich Kampfsport.

Häufige Fragen

Wie viele Punkte gibt es pro Runde beim Boxen?

Nach dem 10-Punkte-Muss-System bekommt der Sieger der Runde 10 Punkte, der Verlierer 9 oder weniger. World Boxing setzt die Untergrenze bei 7 Punkten, und der DBV nennt 9, 8 oder 7 Punkte für den Unterlegenen. Am Ende werden die Punkte aller Runden pro Punktrichter addiert.

Ist Clinchen im Boxen erlaubt?

Der Clinch an sich ist kein Foul, aber Halten ist es. World Boxing listet „Holding“ und Halten mit gleichzeitigem Schlagen als Foul, und auf das Kommando „Break“ müssen beide einen Schritt zurück. In der Praxis trennt die Ringrichterin die Boxer, sobald sie sich festhalten.

Was passiert bei einem Tiefschlag?

Ein Schlag unter die Gürtellinie ist ein Foul. Die Ringrichterin kann verwarnen, und je nach Schwere und Absicht kann der Verstoß bis zur Disqualifikation führen. Der DBV regelt in § 63 eigens, wie zu verfahren ist, wenn ein Tiefschlag einen Boxer kampfunfähig macht.

Warum zählt die Ringrichterin auch, wenn der Boxer steht?

Das ist der Anzählvorgang nach einem harten Treffer, der „standing Eight Count“. World Boxing behandelt einen Boxer, der nach einem harten Schlag nicht fällt, aber getroffen wirkt, wie einen Niederschlag. Die Zählung bis acht gibt ihm Zeit, und der Ringrichterin Zeit, seinen Zustand zu prüfen. Im Profiboxen ist das anders: Die Unified Rules der Association of Boxing Commissions (Stand 2016) schreiben ausdrücklich, dass es kein Anzählen im Stehen gibt.

Gelten die Regeln von World Boxing auch in Österreich und der Schweiz?

Die Weltverbandsregeln bilden den Rahmen, aber jeder nationale Verband hat eigene Bestimmungen. Diese Seite zitiert für Deutschland den DBV. Für Österreich und die Schweiz gelten die Regeln der dortigen Verbände, die wir hier nicht geprüft haben.