Boxverein finden: Boxen in deiner Nähe und wie du ein Probetraining bewertest

Wir listen keine Vereine, weil sich Adressen und Angebote ständig ändern. Stattdessen zeigen wir dir, wo die offiziellen Verzeichnisse liegen und worauf du beim ersten Training achtest.

Wer „Boxen in der Nähe“ sucht, bekommt auf der Karte schnell zehn Treffer: Vereine, Kampfsportschulen, Fitnessstudios mit Boxkursen. Welcher davon passt, sagt die Karte nicht. Diese Seite erklärt, wie das Boxen in Deutschland organisiert ist, wie du darüber einen Boxverein findest und wie du ein Probetraining nüchtern bewertest. Eine Liste einzelner Clubs findest du hier bewusst nicht.

Wie Boxvereine in Deutschland organisiert sind

Das olympische Boxen ist in Deutschland ähnlich aufgebaut wie Fußball oder Handball. Laut Deutschem Boxsport-Verband (DBV) ist der DBV der Dachverband von 17 Landesverbänden, und diesen Landesverbänden waren knapp 900 Boxsportvereine mit knapp 80.000 Mitgliedern angeschlossen (Stand Anfang 2019, so nennt es der DBV selbst). Die großen Landesverbände Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern sind zusätzlich in Bezirke unterteilt. Einige Landesverbände decken sich aus historischen Gründen nicht mit den Bundesländern.

Für dich heißt das:

In fünf Schritten zum passenden Boxverein

  1. Landesverband suchen. Der DBV veröffentlicht auf seiner Seite „Landesverbände im DBV“ alle 17 Verbände mit Kontakt und Website, von Schleswig-Holstein bis Bayern. Schau auf der Website deines Landesverbands nach einer Vereinsübersicht, oder frag dort nach Vereinen in deiner Region.
  2. Vereinsliste mit der Karte abgleichen. Treffer aus der Kartensuche prüfst du gegen die Liste des Landesverbands. So erkennst du, ob ein Anbieter ein Verbandsverein ist oder ein kommerzielles Studio.
  3. Trainingszeiten prüfen. Gibt es eine Anfängergruppe, eigene Zeiten für Kinder und Jugendliche, und passt der Weg in deinen Alltag?
  4. Probetraining vereinbaren. Frag nach einem kostenlosen Probetraining und danach, was du mitbringen sollst.
  5. Zwei Orte vergleichen. Ein zweites Probetraining woanders zeigt dir, was normal ist und was nicht.

Für Österreich und die Schweiz gelten andere Verbände. Deren Verzeichnisse haben wir nicht geprüft, das Prinzip ist aber dasselbe: über den nationalen Verband zum regionalen Verein.

Verein, Kampfsportschule oder Fitnessstudio?

Angebottypischworauf du achtest
Boxverein im LandesverbandBreitensport und Wettkampf, VereinsbeitragTrainerlizenz, Anfängergruppe
Kampfsportschuleoft mehrere Sportarten, VertragKündigungsfrist, Qualifikation der Trainer
Fitnessstudio mit BoxkursFitnessboxen ohne GegnerkontaktTechnikanleitung, Gruppengröße

Der DBV wirbt auf seiner Breitensport-Seite für seine Vereine: Fitnessboxen werde in vielen Studios angeboten, „oft für beträchtliche monatliche Kosten“, und die Standards auf diesem Markt seien nicht geregelt. In den Vereinen gebe es vergleichbare Angebote, meist zu günstigen Mitgliedsbeiträgen, mit Trainern, die fast durchweg nach den Standards des Deutschen Olympischen Sportbunds ausgebildet seien. Das ist die Sicht eines Verbands auf seine eigenen Mitglieder, aber die Prüfkriterien darin sind brauchbar. Was Fitnessboxen genau ist, erklärt die Seite über Fitnessboxen.

So bewertest du ein Probetraining

Ein Probetraining ist ein Test für den Verein, nicht nur für dich. Die folgende Checkliste ist ein Vorschlag der Redaktion:

⚠️ Warnzeichen sind dagegen: Neue sollen gleich „mal mitsparren“, harte Treffer werden gefeiert, Fragen nach Lizenzen werden abgewiegelt, oder du sollst vor dem ersten Training einen langen Vertrag unterschreiben.

Was du zum ersten Training mitbringst

Für die erste Stunde reichen bequeme Sportkleidung, Hallenschuhe mit dünner Sohle, ein Handtuch und etwas zu trinken. Ob der Verein anfangs Handschuhe verleiht, klärst du vorher. Wenn du schon Boxbandagen hast, nimm sie mit, und lass dir zeigen, wie man Boxbandagen bindet. Einen eigenen Mundschutz brauchst du spätestens, wenn Partnerübungen mit Kontakt beginnen.

Wenn du später in den Ring willst

Wettkampf ist im Verein ein Angebot, keine Pflicht. Laut DBV betreibt nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Mitglieder Boxen als Wettkampfsport, die Breitensportler sind in fast jedem Verein in der Mehrheit. Wer doch antreten will, braucht laut DBV-Bestimmungen eine ärztliche Grunduntersuchung vor dem ersten Kampf und eine Boxlizenz über den Verein. Wie ein Kampf abläuft, steht auf der Seite zum Amateurboxen. Für Eltern gibt es eine eigene Seite zu Boxen für Kinder, und weitere Grundlagen sammelt der Bereich Kampfsport.

Häufige Fragen

Wie finde ich einen Boxverein in meiner Nähe?

Am verlässlichsten über den Landesverband deines Bundeslands. Der DBV listet auf seiner Website alle 17 Landesverbände mit Kontakt, und die Landesverbände kennen ihre Mitgliedsvereine. Treffer aus der Kartensuche kannst du dann damit abgleichen.

Was kostet ein Boxverein?

Das legt jeder Verein selbst fest, deshalb nennen wir keine Beträge. Der DBV schreibt nur allgemein, dass Vereine meist günstige Mitgliedsbeiträge haben. Frag beim Probetraining nach Beitrag, Aufnahmegebühr und Kündigungsfrist.

Muss ich fit sein, bevor ich in einen Boxverein gehe?

Nein. Ein gutes Anfängertraining holt dich dort ab, wo du stehst. Wenn du Vorerkrankungen hast oder lange keinen Sport gemacht hast, sprich vorher mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.

Ab wann darf ich im Verein Sparring machen?

Das entscheidet die Trainerin oder der Trainer, nicht ein festes Datum. Üblich ist, dass zuerst Technik, Deckung und Beinarbeit sitzen. Sparring findet mit Kopfschutz, Mundschutz und unter Aufsicht statt.

Gibt es Boxvereine auch für Frauen und Ältere?

Ob es eigene Gruppen gibt, ist von Verein zu Verein verschieden. Laut DBV sind Breitensportler in fast jedem Boxverein in der Mehrheit, und der DBV hat mit dem Masterboxen und dem Sportboxen eigene Vergleichsformate für Breitensportler entwickelt. Frag beim Probetraining, ob es eine passende Gruppe gibt.