Kickboxen Techniken und Training: der Überblick für Einsteiger

Kickboxen verbindet die Fausttechniken des Boxens mit Tritten. Diese Seite zeigt die Grundtechniken, wie sie zusammenhängen und wie eine Trainingseinheit für Anfänger aussehen kann.

Kickboxen ist ein Sammelbegriff für Kampfsportarten, die Schläge mit den Fäusten und Tritte mit Beinen und Füßen kombinieren. Der Weltverband WAKO unterscheidet nach eigener Darstellung drei Ringdisziplinen (Full Contact, Low Kick, K-1) und vier Tatami-Disziplinen wie Point Fighting und Light Contact. Welche Techniken genau erlaubt sind, hängt von der Disziplin und vom Regelwerk ab. Die Grundtechniken sind aber überall ähnlich, und mit ihnen fängt jedes Kickbox-Training an.

Die Grundstellung

Alles beginnt mit der Kampfstellung. Sie ähnelt der im Boxen, ist aber meist etwas aufrechter und schmaler, damit du schnell ein Bein heben kannst.

  1. Füße etwa schulterbreit, der vordere Fuß zeigt leicht nach innen, die hintere Ferse ist leicht angehoben.
  2. Knie locker gebeugt, Gewicht etwa gleich verteilt.
  3. Hände vor dem Gesicht, Ellbogen nah am Körper.
  4. Kinn leicht gesenkt, Blick auf den Partner.

Rechtshänder stehen in der Regel mit dem linken Fuß vorn, Linkshänder umgekehrt.

Die wichtigsten Kickboxen Techniken

Fausttechniken

Die Schläge kommen aus dem Boxen. Wie sie mechanisch funktionieren, erklärt der Ratgeber zu den Boxschlägen ausführlich.

TechnikHandEinsatz
Jab (Führhand)vordere HandDistanz messen, Angriffe vorbereiten
Cross (Schlaghand)hintere Handkraftvoller gerader Schlag
Hakenvordere oder hintere Handseitlich zum Kopf oder Körper
Uppercut (Aufwärtshaken)beidevon unten in der Nahdistanz

Tritte

Tritte sind das, was Kickboxen vom Boxen unterscheidet. Für Anfänger sind vier Tritte die Basis:

Wie du deine Tritte schneller, höher und sauberer machst, steht im Ratgeber Kicks verbessern.

Deckung und Abwehr

Abwehr im Kickboxen heißt: Hände oben gegen Schläge, und gegen Tritte entweder ausweichen, mit den Armen blocken oder das Schienbein anheben, um einen Low-Kick abzufangen. Diese Technik nennt man „Checken“. Sie ist eine Grundlage, bevor du mit Partnern trittst.

Eine Beispiel-Trainingseinheit

Die folgende Einheit ist ein Vorschlag der Redaktion, kein Standard. Die Zeiten sind Richtwerte für etwa 60 Minuten:

AbschnittDauerInhaltFokus
Aufwärmen10 minSeilspringen, Gelenke mobilisierenPuls hoch, Gelenke bereit
Technik15 minStellung, Jab-Cross, Front- und Roundhouse-Kick langsamsaubere Form
Pratzen oder Sandsack4 × 2 min, 1 min PauseKombinationen aus Schlag und TrittRhythmus
Partnerübung ohne Treffer10 minDistanz, Checken, AusweichenReaktion
Kraft und Rumpf10 minKniebeugen, Liegestütze, PlankStabilität
Dehnen5 minHüfte, Oberschenkel, WadenBeweglichkeit

Das Compendium of Physical Activities (2024) gibt für Kickboxen einen Wert von 7,3 MET an, also etwa das Siebenfache des Ruheumsatzes. Das zeigt, wie anstrengend das Training ist, auch ohne Sparring.

Sicherheit im Kickbox-Training

Wer überlegt, ob Kickboxen oder Thaiboxen besser passt, findet die Unterschiede im Artikel über Muay Thai. Weitere Ratgeber stehen im Bereich Kickboxen.

Häufige Fragen

Welche Kickboxen Techniken lernt man zuerst?

Meist die Grundstellung, Jab und Cross, den Front-Kick und den Roundhouse-Kick. Dazu kommen die Deckung und das Checken gegen Low-Kicks, bevor es mit Partnern losgeht.

Kann ich Kickboxen zu Hause trainieren?

Technik, Schattenboxen mit Tritten, Kraft und Beweglichkeit gehen zu Hause gut. Partnerübungen, Pratzen und Sparring gehören in einen Verein mit Trainer, damit sich Fehler nicht einschleifen.

Wie oft sollte ich als Anfänger Kickboxen trainieren?

Eine feste Regel gibt es nicht. Zwei Einheiten pro Woche sind für viele ein guter Start, mit Pausentagen dazwischen. Steigere erst, wenn sich Muskeln und Gelenke an die Tritte gewöhnt haben.

Was ist der Unterschied zwischen Kickboxen und Boxen?

Im Boxen sind nur Schläge mit den Fäusten erlaubt. Im Kickboxen kommen Tritte dazu, je nach Disziplin auch gegen die Beine. Das verändert Stellung, Distanz und Abwehr.

Ist Kickboxen für Anfänger gefährlich?

Mit Aufwärmen, sauberer Technik und Sparring nur unter Aufsicht und mit Schutzausrüstung bleibt das Risiko im Training überschaubar. Kopftreffer sind aber nie harmlos; Warnzeichen wie Kopfschmerzen oder Schwindel nimmst du ernst.