Unnötige Bewegungen beim Boxen vermeiden und Energie sparen

unnötige Bewegungen beim BoxenAktuell läuft die Europa Fußballmeisterschaft 2016 im TV und das ein oder andere interessante Spiel habe ich selber auch mitverfolgt. Mir ist vor allem heute durch das Spiel Schweden-Italien & Spanien-Türkei eine entscheidende Sache aufgefallen.

Es geht um die Strategie der Mannschaften und wie diese ihre Energiereserven sinnvoll einsetzen und unnötige Bewegungen vermeiden, damit sie zur richtigen Zeit das Spiel beschleunigen können.

Das Ganze habe ich versucht auf den Boxsport zu übertragen und da ist mir auch aufgefallen, dass viele Boxer zu hektisch, panisch und einfach zu aktiv sind.

Auch bei mir war dies in meiner Zeit als Boxanfänger so, dass ich einfach viel zu viele unnötige Bewegungen eingebunden habe die mich nur Kraft gekostet aber dennoch keinen Nutzen gebracht hat.

Beim Spiel der Schweden habe ich vor allem Zlatan Ibrahimovic beobachtet und mir gedacht – „Ok, hey er hat alles als Fußballer geschafft wovon andere nur träumen können und ruht sich nun auf seinen Lohbeeren aus“.

Ich hielt Ibrahimovic für einen faulen Spieler mit einem zu großen Ego. Doch dann hatte er aber auch seine Glanzmomente, auch wenn er Schweden nicht zum Sieg verhelfen konnte.

Immer dann, wenn es am passendsten war ist er losgerannt und hat die Initiative übernommen. Ein Spieler mit seinem Kaliber und so viel Erfahrung weiss eben wann und wo er am besten zu stehen hat und was er unternehmen muss, um sich selber günstige Gelegenheiten zu schaffen.

Den entscheidenden Geistesblitz habe ich aber beim Spiel Spanien-Türkei bekommen. Die Türken haben wirklich hart gekämpft und sind ständig gerannt.

Sie haben ständig versucht nach vorne zu schreiten und dabei zu häufig Fehlpässe gespielt. So mussten die anderen Teammitglieder rennen, um den Fußball zurück zu erobern, was natürlich eine Menge Energie kostet.

Die Spanier hingegen sind sehr ruhig geblieben und haben lieber den Ball auch mal nach hinten gespielt, um neue Möglichkeiten zu schaffen und erneut nach vorne zu spielen. So hat der einzelne Spieler nicht nur sich sehr viel Energie gespart, sondern auch seinen Teamkollegen.

Unermüdliches nach vorne marschieren

Doch wie übertrage ich diese Taktik des Energiesparens auf das Boxen fragt ihr euch? Nun denn, es gibt Boxer die gehen unermüdlich nach vorne und bei dem ein oder anderen Gegner wird das sicher auch klappen.

Aber schauen wir uns den letzten Boxkampf zwischen Manny Pacquiao und Floyd Mayweather Jr. doch einmal an, denn da werden wir genau dieses Phänomen beobachten können.

Mayweather lässt Pacquiao sich ordentlich auspowern und geht lieber einen Schritt zurück als unnötig auf die Deckung seines Gegners zu boxen. So hat u.a. Muhammad Ali 1975, Joe Frazier in Manila besiegen können, wo die Statistik doch klar gegen ihn war.

Es erfordert eine Menge an Erfahrung und gute Instinkte, um schnell entscheiden zu können, ob es sich nun lohnt lieber mal einen Gang zurück zu schalten. Gerade Anfänger geraten schnell in eine Art Rage, wenn sie ihren Gegner an den Seilen festnageln.

Durch den Adrenalinstoß und die Anfeuerung der Massen lassen sich viele beeinflussen und hauen auf die Deckung, so als ob es kein Morgen mehr gibt. Dabei sind die meisten Schläge nicht effektiv und haben sehr viel Ausdauer und Kraft gekostet.

Bleibt cool, entspannt und achtet drauf wie ihr eure Energie einsetzt. So ein Boxkampf kann nach der ersten Runde einen ziemlich platt machen. Da könnt ihr noch so ein guter Techniker sein, wenn euer Gegner die größeren Kraftreserven hat, ist es sehr wahrscheinlich das er gewinnen wird.

Unnötige Bewegungen im Boxkampf

Ich kann mich noch gut an die ersten Zeiten beim Sparring erinnern. Inspiriert durch eines meiner Boxidole – Mike Tyson – habe ich versucht ständig in Bewegung zu bleiben, damit mein Gegner mich nicht erwischt.

So wie ihr euch es vielleicht vorstellen könnt, hat das nicht so richtig geklappt und ich war nach kurzer Zeit schnell aus der Puste. Versteht mich bitte nicht falsch, es ist gut einen gewissen Grad an Bewegung im Boxkampf zu haben aber man darf es nicht übertreiben.

Vor allem dann, wenn man darin nicht richtig trainiert worden ist, sieht das ganze auch etwas „komisch“ und gar nicht elegant aus.

Eure Ausdauer muss wirklich sehr hoch sein, damit ihr alle Runden beim Sparring oder im Wettkampf dieses Niveau halten könnt. Ist dies nicht der Fall, werdet ihr schnell scheitern.

Durch meine Selbstanalyse ist mir aufgefallen, dass ich mich auch zu viel Bewegt habe, wenn der Gegner nichts gemacht hat und einfach nur auf einer Stelle stand. Mein Ziel war es ihn zu verwirren aber ich habe damit nur erreicht, dass ich unnötig Kraft verschwendet habe.

Wenn wir nun zum Spiel der Spanier zurückkommen, dann werden wir feststellen, dass diese sich an den passenden Gelegenheiten ausgeruht haben.

So wie auch Ibrahimovic zuvor in seinem Länderspiel. Erst dann, wenn sich eine Lücke geöffnet hat sind sie explosiv losgerannt und haben einen Angriff gestartet.

So muss das auch beim Boxen sein und deswegen ist die Explosivkraft sehr wichtig. Achtet auf euren Gegner und was er macht, nutzt beim Kontern die offenen Stellen und startet explosiv einen Angriff.

Seit taktisch überlegen, konzentriert euch, verschwendet nicht unnötig Kraft und trainiert durch das Sparring eure Fähigkeit im richtigen Moment zu handeln.

Analysiert euch selber wo ihr am meisten Kraft verschwendet habt und wo ihr welche einsparen könnt, dann habt ihr auch gegen überlegenere Gegner einen entscheidenden Vorteil.

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Hi. ICH BIN ADNAN

Ich boxe schon seit vielen Jahren als Amateur Boxer und bin der Autor dieser Boxseite. Eine Seite, die dazu da ist dir zu helfen besser boxen zu lernen.