Das richtige Kampfgewicht finden

richtiges kampfgewicht findenDamit der Boxkampf so fair wie möglich ausgeht gibt es die unterschiedlichsten Gewichtsklassen wie z.B. das Federgewicht, Mittelgewicht oder Schwergewicht.

Wenn die Gegner in der gleichen Gewichtsklasse boxen, dann ist auch meistens die Körpergröße sehr identisch. Es kann aber auch durchaus mal vorkommen, dass bei gleichem Körpergewicht sich die Körpergröße deutlich unterscheidet.

Vor allem Boxbegeisterte Anfänger müssen erst einmal schauen, was das optimale Kampfgewicht für sie persönlich wäre.

Das lässt sich pauschal nicht so einfach beantworten, da jeder für sich das optimale Kampfgewicht finden muss. Jedoch gibt es ein paar einfache Regeln, an denen man sich orientieren kann.

Mein persönliches Kampfgewicht finden

Fangen wir erst einmal damit an, wie man das persönliche Kampfgewicht findet. Das ideale Kampfgewicht ist nicht das, was dir jemand vorschlägt oder was du dir einbildest. Es ist die Gewichtsklasse in der DU dich am wohlsten fühlst. Was meinen wir mit am wohlsten fühlen?

Ganz einfach, wenn es dir mehr gefällt, dass du schnell und spritzig boxen kannst, dann ist der untere Bereich in den Gewichtsklassen für dich besonders interessant. Bist du eher ein gemütlicher Boxer und teilst gerne Powerschläge aus, dann bist ab dem schweren Mittelgewicht genau richtig.

Weiterhin solltet ihr beachten, dass ihr nicht unter eurem idealen Kampfgewicht boxt. Wenn ihr 2m groß seid und nur 65kg wiegt, dann seid ihr zwar euren kleineren Gegnern auf der Kampfdistanz überlegen, jedoch mangelt es hier dann an ausreichender Stabilität und Schlagkraft.

Dies ist nur ein extremes Beispiel, damit ich es besser verdeutlichen kann. Genau so ist es umgekehrt, wenn ihr zu klein seid und ein Gewicht eines durchtrainierten Schwergewichtlers auf die Waage bringt. Zwar habt ihr vielleicht einen stärkeren Schlag, aber an der Geschwindigkeit wird es mit Sicherheit sehr mangeln.

Der eigene Körper wird bei normaler Ernährung das ideale Körpergewicht regulieren und deswegen ist es bei den meisten Boxern üblich, dass man nicht viel mit dem Gewicht runter geht. Ein optimaler Boxer ist durchtrainiert, hat wenig Körperfettanteil und sieht proportional harmonisch aus.

Sollte man an Übergewicht leiden und möchte gerne boxen, dann wird es nötig sein eine Diät zu führen, damit der Körper wieder leistungsfähiger wird. Der Fettanteil muss reduziert werden, damit Muskelmasse aufgebaut werden kann. Jedoch wird eine gewöhnliche Diät meistens nicht ausreichen.

Ein intensives Cardio-Training wie z.B. Seilspringen, Joggen etc. wird dabei auch nötig sein. Ich möchte jedoch in diesem Artikel nicht zu sehr auf das Abnehmen bzw. Zunehmen eingeben und es in einem extra Artikel ausführlicher beschreiben. Hier geht es nur darum, das ideale Kampfgewicht zu finden.

Ein anständiger Boxverein wird sicherlich irgendwo eine Waage stehen haben und diese solltet ihr vor und nach jedem Training aufsuchen. Dies wird euch helfen den Überblick zu behalten und wie viel Gewicht ihr nach jedem Training verlieren könnt. Das meiste Gewicht was ihr dann verliert ist der Wasseranteil in eurem Körper.

Da kann es durchaus mal möglich sein, dass ein Boxer nach einem harten Training bis zu 3kg Wasser ausschwitzt. Es werden aber auch Kohlenhydrate verbrannt und diese müssen nach dem Training wieder eingenommen werden.

Außer, wenn ihr viel Gewicht für einen Wettkampf verlieren wollt, dann sollte man auf eine Kohlenhydrathaltige Ernährung verzichten.

Nachwuchsboxer und ihr Kampfgewicht

Bei den Nachwuchsboxern in den Schüler- und Jugendklassen sollte keine Nahrungseinschränkung erfolgen, um auf eine Gewichtsklasse zu kommen. Insofern die Ernährung natürlich und gesund ist, das heißt, wenn kein Übergewicht herrscht.

Ein Kind kann in einem halben Jahr bis zu 10cm heranwachsen und braucht jegliche Energie, um seinen Körper weiter auszubauen. Bei Wettkämpfen sollte auf ein gutes Training für Boxer ohne große Gewichtsverluste gesetzt werden.

Es muss immer die Frage gestellt werden, ob es nicht viel sinnvoller sei, mit der maximalen Leistungsfähigkeit eine Klasse höher zu starten, als am Ende total ausgelaugt und kraftlos beim Turnier einzusacken.

Das Sparring hilft dir weiter

Ein internes Sparring hilft euch nicht nur, dass ihr eure Boxfähigkeiten verbessern könnt. Es ist auch sehr nützlich, dass ihr ein Gefühl bekommt, ob ihr euch mit eurem jetzigen Körpergewicht wohl fühlt.

Ihr fühlt euch bei einem Sparring erst richtig wohl, wenn ihr merkt, dass ihr eine gute Ausdauer habt und dass euch euer Gewicht nicht in der Bewegung zu sehr einschränkt.

Egal wie schwer ihr seid, ihr solltet immer schnell und wendig sein. Die Schläge sollten eine gewisse Kraft besitzen und eure Muskeln dürfen nicht zu schnell ermüden.

Falls ihr bemerken solltet, dass ihr bei einem gleichwertigen Gegner unterlegen seid, dann ist es eine Überlegung wert, vielleicht mit dem Gewicht etwas runter zu gehen.

Schreibt uns in den Kommentaren eure Körpergröße und in welcher Gewichtsklasse ihr euch am wohlsten fühlt. Fragen und Antworten werden wie immer dort beantwortet.

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16 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Hallo…

    Ich bin’s kurz mal wieder – mit einer kurzen Frage;

    Leute wie Sasche Huber zB hauen sich eine Menge Whey hinein, wobei ich mich frage, ob man dabei nicht vorsichtig sein sollte, wegen Saccharin an Krebs zu erkranken.

    Es gibt auch andere Proteinpulver ohne Saccharin, aber diese beinhalten wieder Palmöl. 🙁

    Gibt es keine ordentlichen Proteinpulver am Markt?

    Sonst bleiben nur Lachs, Käse etc. übrig und diese sind auf das Gramm Protein gerechnet recht teuer um täglich sein Proteinlevel halten zu können.

    • Hallo.

      Mir ist das Risiko bekannt, aber ich kann dir nichts aussagekräftiges zu Saccharin und Palmöl sagen, da ich keine wissenschaftlichen Arbeiten und Langzeitstudien gelesen habe. Sofern dich das interessiert, würde ich vorschlagen nach genau solchen Studien zu suchen.

      Aktuell konsumiere ich kein Protein Pulver und habe es auch davor nur sehr selten genutzt. Meine Ernährung basiert auf natürlichen Nahrungsmittel wie Fisch, Magerquark, Putenfleisch, Spirulina, Chia Samen etc. – vor allem in einigen veganen Nahrungsmittel sind viele Proteine enthalten.

      Dein Argument, dass die Nahrungsmittel auf das Gramm viel teurer sind als ein Protein Pulver, ist für mich nicht relevant. In unserer Jugend vergibt uns unser Körper sehr viel und wir können mehr schlechte Nahrungsmittel zu uns nehmen, ohne das wir die direkten Folgen bemerken. Aber je älter du wirst, desto schwächer wird dein Körper und du verlierst deine Gesundheit, nur weil du „sparen“ wolltest. Langfristig gesehen macht es keinen Sinn an guten und hochwertigen Nahrungsmittel zu sparen, wenn du später viel Geld ausgeben musst um deine verbleibende Gesundheit zu erhalten.

      • Hi, Danke für die Antwort. 🙂

        (Ich antworte jetzt erst, da mir meine Frage wieder eingefallen ist. *g*)

        „Langfristig gesehen macht es keinen Sinn an guten und hochwertigen Nahrungsmittel zu sparen, wenn du später viel Geld ausgeben musst um deine verbleibende Gesundheit zu erhalten.“

        Das ist ein super Argument – daran werde ich mich halten. 🙂

        Nur ist es eben momentan so, dieses Pulver nehme ich nicht nur

        1. wegen dem Preis,
        2. sondern ich bekomme ein Glas mit der gleichen Menge Protein mit Milch schneller runter (2 Minuten) als eine Dose Corned Beef (20 Minuten) pur mit Löffel und
        3. bei einer Dose Sardinen, die sind so trocken, da kämpfe ich bei 200g eine halbe Stunde mit rum und
        4. Habe ich im Job kaum Zeit für normales Essen.
        Bis ich mit Einkauf fertig wäre, wäre die Pause um.
        Da kann ich mir dann echt nur einen Käse pur reinziehen.
        6. Brauche ich bei meinen Gewicht von 90kg locker 120g Protein am Tag.
        Da müsste ich 3x am Tag essen, ich habe aber keine Zeit für 3x…
        7. Das was Du vorschlägst, kann ich nur am Wochenende/im Urlaub machen.

        Schade, dass es nicht auch für uns Gerichte wie von Chefmenü gibt – nur eben mit den Maßeinheiten von Inhaltsstoffen darin, die wir brauchen.

        • Kurz gesagt…

          A. In der Früh bekomme ich keinen Bissen runter (- da trinke ich nur Wasser),
          (Bis 10Uhr nicht – was aber egal ist, da ab 12Uhr Pause ist.)

          B. Die Pause ist zu kurz.

          C. Am Abend würde es gehen, aber 1x ist auch kein mal – um dann ohne Proteinvorrat zu trainieren. 🙁

          Was würdest Du tun?

          • Hi, grüß dich.

            Kurz noch zum Proteinpulver. Ich kenne viele die Whey-Shakes auch aus Zeitgründen konsumieren und denen die Inhaltsstoffe klar sind. Doch das muss jeder für sich selber entscheiden – ich gehöre nicht dazu.

            Das Problem mit Arbeit und Training haben viele andere auch, aber es gibt immer eine passende Lösung. Eventuell werde ich versuchen einen passenden und ausführlicheren Artikel zur Ernährung als Sportler im Berufsleben zu verfassen.

            Ich kann dir keine allgemeingültige Lösung anbieten und hier nur paar Vorschläge für dich nennen. Es spielen viele Faktoren eine Rolle wie z.B. das Alter, der eigene Organismus, die Trainingsgewohnheiten etc. Evtl wäre der Gang zum einen Ernährungsberater interessant für dich?

            Was ich allerdings an deiner Stelle nicht vernachlässigen würde ist das Frühstück. Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit am Tag. Ich esse am Morgen selber kein Steak oder Fisch, sondern nehme wie du als erstes ein großes Glas Wasser zu mir. Anschließend esse ich was leichtes organisches wie z.B. eine Banane oder einen Apfel, damit mein Organismus in Fahrt kommt. Nach einer Stunde bekomme ich schon wesentlich mehr Appetit und esse später etwas kräftiges und nahrhaftes.

            Das du keine Zeit zum Essen findest kann ich nicht nachvollziehen. Ich kenne nicht deine Arbeitsgewohnheiten und will dich hier auch nicht belehren. Aber versuch deinen Tagesablauf besser zu optimieren und Zeit zum Essen zu finden. Viele andere Sportler kriegen das auch hin, dann wirst du es auch schaffen.

            Gruß
            Adnan

  • 87kg auf 178 sind doch nicht viel, Beispiel….

    youtube.com/watch?v=XUqQmJ4-8VM

    Ja, gebe zu, ich bin nicht so muskulös wie er, aber auch (noch) nicht mollig….,

    Und wie man sieht, sind 87kg nicht lahm…..oder???

    Wo ist der Unterschied zu einem 77er Gegner?

    ps

    Vielen Dank für Deine Antworten, aber auf diese werde ich erst demnächst (morgen oder so) eingehen können – Job, Zeit und so…. 😉

    MfG 🙂

    • Alles „Geschmackssache“..

      Der Unterschied zu 77kg ist nicht gewaltig aber im Mittelgewicht muss man schnell sein und auch Kraft haben – es ist eben ein Mittelding zwischen den Leicht- und Schwergewichtlern, d.h. auch die Gruppenbezeichnung.

      Das Ziel ist immer das Beste aus deiner Körpergröße und deinem Gewicht zu holen und da existiert ein Idealgewicht. In diesem Idealgewicht holst du das Maximum aus Kraft und Schnelligkeit heraus. Dadurch erhöhst du deine Vorteile und die Chancen auf einen Sieg.

      Rede doch am besten noch mit deinem Trainer über dein Kampfgewicht. Dieser kann dich viel besser einschätzen und dir mehr sagen, als ich das hier über die Kommentare machen könnte.

      Gruß
      Adnan

      • Wieso ist noch niemand auf die Idee gekommen, zb eine Schwergewichtsklasse A und B einzuführen!?

        Damit meine ich, jeder kann 80 bis 90kg erreichen, aber nicht jeder 180cm bis 200cm.

        Somit würden in der A-Klasse alle über 180cm boxen und in der Klasse B alle unter 180cm, die eben auch so schwer sind wie die größeren, nur eben mit gleichgroßen boxen.

        Das wäre doch genial, oder?

        MfG 🙂

    • Ich bin kein Fan von Spekulationen, alles ist möglich – das hat uns der letzte Boxkampf von Anthony Joshua wieder einmal verdeutlicht.
      Aber einen Boxer und einen Bodybuilder zu vergleichen ist nicht so einfach, da es komplett unterschiedliche Sportbereiche sind.

      Aber wenn ich tippen müsste, dann immer auf Mike Tyson 😉

  • Sheen hat auf 178cm 83kg – das hätte ich jetzt nicht gedacht:

    https://www.google.de/search?source=hp&ei=FsoHXYnYKYOsrgTynq7QDw&q=charlie+sheen+weight&oq=charlie+sheen+weight&gs_l=psy-ab.3..0i19j0i22i30i19l2.625.5617..6994…0.0..0.141.1818.11j7……0….1..gws-wiz…..0..0i131j0j0i22i30.jCflSVd8Rq4

    Sah doch aus wie ein Hungerhaken, oder?

    https://i3-img.prosiebenmaxx.de/pis/ezone/1042qgELB38wdEB-ZftIYFPQSp-HxjRVj8ghGONpO6WKv8W-PDkishDz9KLGTPS2vLl02tcqHVhEGQ7Vv0TWk3YNaMfWYWPbsf42p_bHPQ/profile:mag-maxwidth-1280?source

    • Hallo „Egal“..

      Mit deinem Gewicht würdest du unter das Schwergewicht fallen. Für deine Körpergröße wäre diese Gewichtsklasse nicht empfehlenswert.
      Es spielen aber auch weitere Faktoren eine Rolle und eine davon wäre wie wohl du dich mit deinem aktuellen Gewicht fühlst.

      Meine grobe Empfehlung – Versuche bis 81kg zu kommen, dann wärst du im Halbschwergewicht. Aber da fliegen die Fäuste richtig hart und eine gewisse Schnelligkeit ist auch erforderlich.

      Gruß
      Adnan

      • Hui, Deine Antwort kam aber schnell.
        Sorry, das ich erst jetzt wieder nachgesehen habe. 🙂

        Vielen Dank für die Info!

        ps

        Doof, dann hätte ich die Wahl zwischen der flinken Klasse und den harten Fäusten oder einer Klasse wo ich nicht rein passe weil ich zu klein bin.

        pps

        Niemand der ernstgenommen werden will, wird sich mit Mike Tyson vergleichen wollen, aber ich dachte, was sind schon 87kg (ohne einer „Homer Simpson Figur“; sehe normal aus, selbst für mollig würde es noch nicht ganz reichen.) auf 178cm im Vergleich zu Tyson’s 109kg… Wahrscheinlich ist die Größe spätestens auf Profi-Niveau egal!?

        Und ich fühle mich in Sachen Gewicht sehr wohl, auch so kräftig wie nie zuvor – und im Winter ist mir weniger kalt. Ich merke den Unterschied. Ich möchte keine 76kg mehr wie in meinen 20ern haben wollen. Da sah ich aus wie Charlie Sheen, nur jünger. :))

        • Ich habe schon einige Boxkämpfe gesehen und fand immer das die Schläge im Halbschwergewicht viel brutaler waren. Da kam neben der Masse auch die Schnelligkeit ins Spiel, was sicherlich eine große Rolle spielt. Im Schwergewicht sah alles irgendwie lahm aus – zumindest im Amateur Bereich, bei den Profis ist es was anderes.

          Man kann schwer festmachen in welcher Gewichtsklasse du antreten solltest. Ich würde dir raten einfach mal weiter zu trainieren, auf deine Ernährung zu achten und dann schauen wie viel du auf die Waage bringst. Anhand des Gewichtes kannst du dann für dich entscheiden, ob du doch nicht lieber etwas abnehmen willst oder dein Gewicht lässt und sogar zusätzliche Muskelmasse aufbaust.

          Bei 178cm kann man durchaus auf 83kg kommen, ohne mollig zu wirken da die Muskelmasse immer schwerer ist als das Fett im Körper.
          Die Körpergröße kann einem Boxer im Schwergewicht einen gewissen Vorteil bieten aber sie ist immernoch keine Garantie für einen Sieg.

          Fokussiere dich auf die wenigen Sachen die du gut kannst und arbeite weiter an deinen Stärken, um dir einen Vorteil zu sichern.
          Halte ein paar Sparringseinheiten im Verein mit den Schwergewichtlern und schaue wie du mit diesen zurecht kommst.

          Dein jetziges Gewicht ist keine feste Sache und du kannst dich immer umentscheiden.
          Ausprobieren und korrigieren ist deine Lösung 😉

          Gruß
          Adnan

  • Also ich habe mit einer Körpergröße von 178 im Weltergewicht (bis 69kg) gekämpft. Ich muss allerdings sagen, dass ich manchen Kämpfen in keiner guten Verfassung war, so dass ich rückblickend sagen muss ich hätte vieleicht lieber im Mittelgewicht gekämpft.

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