Der beste Boxer aller Zeiten im Schwergewicht: sieben Namen, belegte Fakten

Eine objektive Rangliste der besten Boxer gibt es nicht. Was es gibt, sind Rekorde, die eine Ruhmeshalle oder das IOC festhält. Hier sind sieben Schwergewichtler, deren Leistungen wir belegen können.

Die Frage nach dem besten Boxer aller Zeiten wird in jeder Boxhalle anders beantwortet. Wer zählt mehr: der, der nie verloren hat, der, der den Titel am häufigsten verteidigt hat, oder der, der ihn dreimal gewonnen hat? Diese Seite trifft keine Entscheidung. Sie zeigt sieben Schwergewichtler und die Fakten, die eine anerkannte Quelle über sie festhält, damit du selbst vergleichen kannst.

Warum sieben und nicht zehn? Wir nehmen nur Boxer auf, deren zentrale Leistungen wir in einer verlässlichen Quelle nachlesen konnten: in den Porträts der International Boxing Hall of Fame (IBHOF) oder auf den Athletenseiten des IOC. Bei einem Boxer stützen sich die Angaben nur auf Wikipedia, und das steht dann ausdrücklich dabei. Andere große Namen fehlen nicht, weil sie schlechter waren, sondern weil wir ihre Daten nicht belegen konnten.

Woran man „den Besten“ messen kann

KriteriumWer darin heraussticht (laut Quelle)
ungeschlagen abgetretenRocky Marciano, 49 Kämpfe, 49 Siege (IBHOF)
meiste TitelverteidigungenJoe Louis, 25 im Schwergewicht (IBHOF)
mehrfacher WeltmeisterMuhammad Ali, als Erster dreimal Schwergewichtsweltmeister (IBHOF)
jüngster WeltmeisterMike Tyson, jüngster Schwergewichtsweltmeister der Geschichte (IBHOF)
längste Zeit als WeltmeisterWladimir Klitschko, laut Wikipedia 4.382 Tage insgesamt

Jedes Kriterium kürt einen anderen Sieger. Darum ist die Frage nach dem besten Boxer der Welt auch keine Frage der Statistik, sondern der Gewichtung.

Joe Louis: elf Jahre Weltmeister

Joe Louis hielt laut IBHOF den Weltmeistertitel im Schwergewicht vom 22. Juni 1937 bis zum 25. Juni 1948 und verteidigte ihn 25-mal erfolgreich. Das ist laut Hall of Fame ein Rekord in dieser Gewichtsklasse. Seine bekannteste Revanche im New Yorker Yankee Stadium beendete er laut IBHOF schon in der ersten Runde durch K.o.

Rocky Marciano: 49 Kämpfe, 49 Siege

Für Rocky Marciano fasst die IBHOF die Karriere in einer Zahl zusammen: 49:0. Die Hall of Fame schreibt, Marciano sei „der einzige Weltmeister“, der seine Karriere unbesiegt beendet habe. Das ist ihre Formulierung; ob sie für alle Gewichtsklassen bis heute gilt, haben wir nicht geprüft. Den Titel gewann Marciano 1952 durch K.o. in der 13. Runde, nachdem er in der ersten Runde selbst am Boden gewesen war.

Muhammad Ali: dreimal Weltmeister

Als Cassius Clay gewann Ali laut IBHOF bei den Olympischen Spielen 1960 Gold im Halbschwergewicht. Später wurde er als erster Boxer dreimal Weltmeister im Schwergewicht. Berühmt ist sein Kampf gegen George Foreman in Kinshasa, Zaire: Ali ermüdete Foreman mit der Taktik, die als „Rope-a-dope“ bekannt wurde, und stoppte ihn in der achten Runde.

Mike Tyson: der jüngste Champion

Mike Tyson besiegte 1986 den WBC-Weltmeister Trevor Berbick durch technischen K.o. in der zweiten Runde und wurde laut IBHOF damit der jüngste Schwergewichtsweltmeister der Geschichte. Gegen Evander Holyfield verlor er den WBA-Titel durch technischen K.o. in der elften Runde; den Rückkampf 1997 verlor er durch Disqualifikation. Warum, erklärt die Seite über den Ohrbiss von Mike Tyson. Tyson trat laut IBHOF 2005 mit einer Bilanz von 50 Siegen, 6 Niederlagen und 2 Kämpfen ohne Wertung (44 durch K.o.) zurück. Was über sein Training bekannt ist, steht im Beitrag zum Mike Tyson Training.

Evander Holyfield: zweimal gegen Tyson

Holyfield gewann laut IBHOF 1996 überraschend gegen Tyson (technischer K.o. in Runde 11) den WBA-Titel und im Jahr darauf auch den Rückkampf durch Disqualifikation in der dritten Runde.

Beim Ende seiner Karriere widersprechen sich die Quellen. Die IBHOF schreibt, Holyfield habe bis 2011 geboxt, mit einer Bilanz von 44 Siegen, 10 Niederlagen und 2 Unentschieden (29 durch K.o.). Das IOC schreibt auf seiner Athletenseite, er habe seine Karriere 2012 mit 44 Siegen (29 durch K.o.) und 10 Niederlagen beendet und sei schließlich 2014 zurückgetreten. Wir geben beide Angaben wieder und entscheiden nicht zwischen ihnen.

Lennox Lewis: Olympiasieger und Weltmeister

Lennox Lewis gewann laut IOC olympisches Gold für Kanada, vier Jahre nach seiner ersten Olympiateilnahme, und wurde dann Profi. 1992 wurde er zum WBC-Weltmeister im Schwergewicht erklärt, nachdem Riddick Bowe den Titel abgegeben hatte. Er verteidigte ihn dreimal, bevor er gegen Oliver McCall verlor. Später holte er den Titel von Hasim Rahman zurück und hielt ihn bis zu seinem Rücktritt 2004.

Wladimir Klitschko: laut Wikipedia der längste Weltmeister

Für Wladimir Klitschko haben wir keine Primärquelle gefunden; die IOC-Athletenseite war bei unserem Abruf leer. Laut Wikipedia hielt er zwischen 2000 und 2015 mehrere Weltmeistertitel im Schwergewicht, von 2008 bis 2015 vereinigt, und war insgesamt 4.382 Tage Weltmeister, länger als jeder andere Boxer. Das ist eine Summe über mehrere Regentschaften, und wir können sie nicht unabhängig bestätigen.

Was „Schwergewicht“ in diesen Biografien heißt

In der Profiwelt ist das Schwergewicht nach oben offen. Bei der IBF beginnt es oberhalb von 200 Pfund. Die genauen Grenzen der Gewichtsklassen im olympischen Boxen und bei der IBF stehen auf der Seite Gewichtsklassen im Boxen. Wie sich Profi- und Amateurwelt unterscheiden, aus der Ali und Lewis kamen, erklärt der Vergleich Amateurboxen und Profiboxen. Aktuelle Weltmeister nennen wir hier bewusst nicht, weil sich Titel häufig ändern. Weitere Themen findest du im Bereich Kampfsport.

Häufige Fragen

Wer ist der beste Boxer aller Zeiten?

Darauf gibt es keine objektive Antwort. Je nach Kriterium führt ein anderer: Rocky Marciano blieb laut IBHOF in 49 Kämpfen unbesiegt, Joe Louis verteidigte den Titel 25-mal, Muhammad Ali wurde als Erster dreimal Schwergewichtsweltmeister.

Wer war der jüngste Schwergewichtsweltmeister?

Laut International Boxing Hall of Fame Mike Tyson. Er gewann den Titel 1986 gegen Trevor Berbick durch technischen K.o. in der zweiten Runde.

Welcher Schwergewichtler hat nie verloren?

Rocky Marciano beendete seine Karriere laut IBHOF mit 49 Siegen in 49 Kämpfen. Die Hall of Fame nennt ihn den einzigen Weltmeister, der unbesiegt abtrat. Das ist ihre Formulierung, die wir nicht für alle Gewichtsklassen geprüft haben.

Wann hat Evander Holyfield aufgehört?

Die Quellen widersprechen sich. Die IBHOF schreibt, er habe bis 2011 geboxt. Das IOC schreibt, er habe seine Karriere 2012 beendet und sei 2014 endgültig zurückgetreten.

Warum fehlen andere bekannte Boxer?

Wir nehmen nur Boxer auf, deren Leistungen wir in einer verlässlichen Quelle prüfen konnten. Das heißt nicht, dass andere schwächer waren. Die Liste ist deshalb kürzer als eine klassische Top Ten.