So findest du einen guten Kampfsport Verein

Boxverein findenWenn du Schattenboxen.net auch auf der Facebook-Seite folgst, dann hast du sicherlich mitbekommen, dass ich den Kampfsport Finder überarbeitet und ein großes Update herausgebracht habe.

Viele von euch wollen sich gerne in einen Kampfsport einschreiben, haben aber nur eine grobe Vorstellung worum es dabei wirklich geht. Ein großer Teil wird von den eigenen Eltern zum Jugendsport eingetragen, den diese selber trainiert haben, obwohl z.B. Karate oder Wing Tsun nicht wirklich dein Interesse weckt.

Und wieder andere verfallen dem Einfluss von Freunden und Bekannten und lassen sich einfach mal so zum Verein mitnehmen. Wenn du dann noch einen guten Tag im Training erwischt, wirst du weiterhin positiv „beeinflusst“ und schreibst dich direkt ein.

In weiteren Trainingseinheiten merkst du jedoch, dass Judo doch nicht wirklich dein Ding ist und bleibst lieber zu Hause. Dir wird klar, dass die Anmeldung ein Fehler war und der jeweilige Kampfsport nur bedingt deine Wünsche und Interessen erfüllt.

So soll mein selbstgebauter Kampfsport Test dir in erster Linie eine grobe Vorstellung davon geben, welche Kampfsport-Arten für dich wirklich in Frage kommen könnten. Damit ist aber nur die halbe Miete getan.

Anhand der Auswertung im Test, liegt es nun an dir in den unterschiedlichsten Vereinen ein Probetraining zu absolvieren. Hierbei will ich dir einige Dinge aufzählen, auf welche Dinge du in einem Verein unbedingt achten solltest, damit du langfristig Freude an deinem neuen Kampfsport und Verein hast.

Info: Dieser Artikel ist für dich als Leser interessant, wenn du mit dem Gedanken spielst dich in einen Kampfsport Verein einzuschreiben. Sofern du bereits in einem Verein Mitglied bist, ist dieser Artikel für dich eher uninteressant – außer du liest trotzdem gerne meine Artikel.

Gehe unbedingt zu einem Probetraining

Das Probetraining ist wohl der wichtigste Punkt bei der Auswahl eines neuen Vereines. Du stehst in direktem Kontakt zu deinem möglichen Trainer und seinen Mitgliedern. Hier hast du die Möglichkeit erste Einblicke in die Sporthalle und am Trainingsablauf zu bekommen.

Aus diesem Grund solltest entweder direkt im Verein kurz anrufen oder noch vor dem eigentlichen Probetraining persönlich vorbeischauen. Stelle dich kurz vor und frage nach, ob es möglich ist ein Probetraining mitmachen zu dürfen. Vielleicht stehen dazu auch weitere Informationen auf der jeweiligen Internetseite des Vereines.

Ein seriöser Verein wird keine Probleme mit einem Probetraining haben. Entscheidend ist hier aber auch, dass du nicht nur ein einziges Mal zum Probetraining erscheinen darfst, sondern mindestens an zwei Tagen ein Probetraining mitmachen kannst.

Ich durfte z.B. in einem Verein an vier Tagen im Training mitmachen – was ich sehr gut fand. So habe ich mir ein richtig gutes Bild vom Trainer, den Mitgliedern und dem Training selbst machen können.

Falls sich der Verein gegen ein zweites Probetraining sträubt und evtl. sogar Gebühren verlangt, solltest du die Finger davonlassen und deine Zeit sparen. Sofern der Kampfsport Verein von sich und der Qualität der gebotenen Leistung überzeugt ist, wird dieser keine Gebühren verlangen.

Extra Tipp: Frage auch unbedingt nach, an welchem Tag in der Woche die meisten Mitglieder im Verein anzutreffen sind, damit du dann auch an diesem Tag erscheinst. Dies ist wichtig, damit du dir ein erstes Bild über die Gesichter und die Stimmung im Verein machen kannst – immerhin wirst du später mit diesen Mitgliedern trainieren müssen.

Die Stimmung im Verein

Noch bevor du dir die Trainer anschaust und analysierst was diese zu bieten haben, solltest du die allgemeine Stimmung im Verein genauer betrachten und wie wohl du dich selber fühlst.

Bleibe neutral und bilde dir nicht sofort eine negative Meinung, weil mal ein Mitglied etwas grimmig schaut und du neugierig von anderen beobachtet wirst. Viel mehr solltest du dich selber beobachten und wie wohl oder unwohl du dich in diesem Verein fühlst.

In einer lockeren und familiären Umgebung wirst du viel mehr Freude am Training haben und schnellere Fortschritte machen. Achte aber darauf, dass das Training nicht „zu locker“ ist und ob die meisten Mitglieder mehr Späße betreiben als du trainieren.

Falls dir ein ernster Ton und absoluter Gehorsam wie in der Armee lieber ist, dann spricht auch nichts dagegen. Entscheidend ist einfach nur, dass dir die Stimmung zusagt.

In meinem Verein ist die Stimmung locker und der Zusammenhalt ist groß. Jeder hilft jedem, ganz unabhängig vom Geschlecht, der Herkunft und des Alters. Es haben sich zwar kleinere Gruppen mit bevorzugten Trainingspartnern gebildet, was ein natürliches Phänomen ist, beeinträchtigt aber nicht den Verein als kollektiv.

Extra Tipp: In Deutschland haben wir einen multikulturellen Staat und das ist gut so. Doch leider kommt es in vielen Vereinen vor, dass besonders Mitglieder aus einem bestimmten Herkunftsland die Mehrheit bilden.

Hier ist die Gefahr von Gruppenbildungen und eine leichte Diskriminierung gegenüber anderen Mitgliedern hoch, muss aber nicht zutreffend sein.

Ich empfehle aus diesem Grund einen Verein, wo eine gesunde Mischung aus den unterschiedlichsten Ländern vorhanden ist. So hast du nicht nur die Möglichkeit neue Freundschaften zu bilden, sondern auch mehr über andere Kulturen und Sitten zu lernen.

Denn immerhin basiert unsere heutige Welt auf dem Austausch zwischen den unterschiedlichen Ländern und seinen Kulturen.

Dein neuer Trainer

Dein neuer Trainer oder neue Trainerin ist auch nur ein Mensch. Wie bei jedem neuen Menschen den du kennenlernst, bildest du dir automatisch eine Meinung über seine Person.

Wissenschaftliche Studien sprechen davon, dass die ersten zwei bis fünf Sekunden entscheiden, ob wir einen Menschen sympathisch oder unsympathisch finden.

Mit diesem neuen Trainer wirst du in jedem Training zusammenarbeiten müssen. Es ist daher nur selbsterklärend, dass du mit diesem gut auskommen solltest und bedarf von mir keine weitere Erklärung.

Worauf du aber unbedingt bei deinem Trainer achten solltest, ist die Art und Weise wie dieser sein Training gestaltet und neue Sachen erklärt. Ist dir das Training abwechslungsreich und verstehst du sofort was dir der Trainer versucht beizubringen?

Falls das Training zu monoton, langweilig, unverständlich oder auf einer anderen Art nicht ansprechend ist, dann kannst du dir ein zweites Probetraining sparen – ab zum nächsten Verein.

Als blutiger Anfänger wird es dir nur schwer fallen zu erkennen, ob dein Trainer technisch gesehen gut ist. Worauf du aber achten kannst, sind die anderen Mitglieder.

Schaue dir die anderen Mitglieder genauer an und rede mit einzelnen Personen wie lange diese schon im Verein aktiv sind. Du wirst hier am schnellsten erkennen, ob der Trainer seine Arbeit gut gemacht hat.

Erkundige dich auch über die Laufbahn der einzelnen Trainer und wie lange diese schon Erfahrungen im Verein sammeln konnten. Es muss nicht unbedingt heißen, dass ein Trainer mit 10 Jahren Trainererfahrung und Dutzend Kämpfen auch ein guter Trainer ist. Lass dich von Jahren, Trophäen und einem vollen Kampfpass nicht zu sehr beeinflussen.

Vielleicht kennst du auch jemanden in deinem Bekanntenkreis mit Vereinserfahrung, der mit dir zum Probetraining geht. Mit diesem kannst du nach dem Training nochmals genauer über die einzelnen Fähigkeiten des Trainers diskutieren.

Extra Tipp: Erkundige dich im Verein wie viele Trainer vorhanden sind und richte es so ein, dass du alle einmal persönlich kennenlernen darfst. Es kommt nicht selten vor, dass der zweite Trainer in Bezug auf seine Fähigkeiten und Charakter schwächelt.

Mein Trainer und ich haben schnell eine gute Freundschaft entwickelt und in dieser Freundschaft habe ich mich selber in vielen Hinsichten positiv weiterentwickeln können. Darum hat es mich schwer getroffen, als dieser einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.

Auch an Tagen, an denen ich weniger Lust auf ein Training hatte, hat es mich trotzdem in die Sporthalle gezogen. Ich wusste das ich da meinen Trainer und andere positive Menschen für ein gemeinsames Training und einen heißen Tee danach antreffen werde.

Das Equipment im Kampfsport Verein

Ein guter Kampfsport Verein sollte eine gewisse Grundausrüstung haben und muss nicht unbedingt die neuesten und exotischsten Trainingsgeräte bieten. Es dreht sich nicht alles um Partnerübungen, auch Trainingsgeräte sind wichtig für deinen Fortschritt.

Nehmen wir mal an, dass du in einem Boxverein dein Probetraining absolvieren willst. Dann sollte der Boxverein unbedingt ein paar Sandsäcke an der Decke hängen haben. Logisch, oder?

Ich kann hier unmöglich alle Trainingsgeräte für jede einzelne Kampfsportart und Kampfkunst auflisten. Das würde den Rahmen des Artikels komplett sprengen und ich könnte gleich ein Buch schreiben. Was ich dir jedoch anbieten kann, ist die Situation in meinem Boxverein zu schildern und zu erklären was wichtig ist und worauf ich verzichten kann.

Als ich in meinem Verein angefangen habe, hatten wir einen kleinen Raum, ein einziges Paar an Boxpratzen für den Trainer und ein paar Boxsäcke, die jedes Mal abgehängt werden mussten. Diese hingen zudem an der Decke viel zu tief und waren bei meiner Körpergröße von 1,89m nicht optimal.

Es war keine hochmoderne Sporthalle und die Boxsäcke hatten sichtliche Verschleißerscheinungen. Doch das hat mich alles nicht gestört, denn jeder hatte trotzdem genug Platz und konnte gut trainieren.

Später kamen natürlich weitere Mitglieder und es wurde spürbar enger im Raum. Wir haben das als Herausforderung genommen uns auf engstem Kampfraum bewegen zu können und diesen zu dominieren. Nachdem ich eine gewisse Zeit auf ca. einem Quadratmeter trainiert hatte, kommt mir danach der Boxring wie ein Fußballstadion vor.

Einen Boxring habe ich zudem erst ein Jahr später das erste Mal in meinem Leben gesehen. In der ersten Trainingshalle gab es keinen Boxring, lediglich drei Seile die an den Trägerbalken gebunden waren.

Das machte mir aber auch wenig aus, denn für ein Sparring muss man nicht unbedingt in einen Boxring steigen. Nur sehr wenige und moderne Kampfsport Vereine können sich so einen teuren Ring überhaupt leisten.

So eng es im Verein wurde und so beschränkt unsere Trainingsgeräte waren, die mittlerweile auch notdürftig geflickt wurden, so habe ich mich wohl gefühlt.

Ich bin bin trotzdem weiterhin gerne zum Training gegangen, weil einfach die Atmosphäre im Ganzen stimmig war und wir auch ohne viele Trainingsgeräte gute Leistungen erbringen konnten.

Natürlich ist der Verein später in eine große Sporthalle umgezogen und hat die neuesten Trainingsgeräte und Kampfringe angeschafft. Doch die Erinnerung und der Geist an die kleine Sporthalle bleibt auf ewig – Nostalgie aus!

Was ich dir versuche hier zu sagen ist, dass es wichtigere Dinge in einem Sportverein gibt als das Equipment. Auch in einer einfach gehaltenen Sporthalle kannst du gut trainieren und dich weiterentwickeln. Klar, bringen ordentliche Trainingsgeräte eine gewisse Erleichterung, diese können jedoch getrost als „Luxus“ angesehen werden.

Die Mitgliedschaft

Dieses Thema ist sicherlich das schwierigste in diesem Artikel. Ich will hier auch nicht auf die Gesetzeslage eingehen, dir aber ein paar meiner Gedanken aufschreiben.

Jeder Verein, egal ob dies ein Kampfsport Verein oder einfach ein Fitness Studio ist, hat die Möglichkeit seine eigenen AGB´s zu verfassen. Diese solltest du dir unbedingt einmal durchlesen und bei Unklarheiten deinen Verein fragen.

In deinem Vertrag sollte stehen wie oft du am Training teilnehmen kannst, wie hoch die Gebühren sind, welche Leistungen du zu erwarten hast, über welchen Zeitraum du an diesem Vertrag gebunden bist und natürlich wie die Kündigungsfristen geregelt sind.

Ich will hier besonders auf die Kündigungsfristen kurz eingehen. Diese sind wichtig, denn diese bieten dir einen Ausstieg aus dem Verein, sofern du unzufrieden mit diesem bist oder aus anderen Gründen keine Möglichkeit hast am Training teilzunehmen.

Die Kündigungsfristen dürfen in den AGB´s nicht die allgemeingültigen Vorschriften eines Landes überschreiten. Wenn also in deinem Verein eine Kündigungsfrist von „sechs Monate vor dem Vertragsende“ angegeben ist, dann ist dies einfach unzumutbar.

Idealerweise steht es dir frei im ersten Monat deinen Vertrag zu kündigen. So hast du zwar den Monatsbeitrag gezahlt, bist aber bei einer Kündigung für den restlichen Zeitraum ungebunden.

Falls der Vertrag keine solche Regelung hat, dann erkundige dich, ob es möglich wäre einen Vertrag für einen Probemonat zu unterschreiben. In diesem Monat gewinnst du einen noch besseren Einblick in den Verein und kannst danach entscheiden, ob du den Vertrag verlängern möchtest.

Leider bieten nur die wenigsten Vereine eine solche Vertragsgestaltung für einen Monat an. Rede mit dem Trainer und erfrage, ob es möglich wäre in deinem Fall einen solchen extra Vertrag anzufertigen. Fragen kostet nichts und kann dir Unannehmlichkeiten ersparen.

Mein Fazit

Ich hoffe, dass ich dir in diesem Artikel etwas näher erläutern konnte, worauf es in einem Kampfsport Verein ankommt. Das wichtigste ist die Stimmung und die Persönlichkeiten die du im Verein antriffst.

Du musst nicht mit jedem eine neue Freundschaft aufbauen und vielleicht willst du das auch gar nicht. Wichtig sind der gegenseitige Respekt, die Hilfe und die Motivation, um besser zu werden.

Moderne Trainingsgeräte und eine riesen Trainingshalle sind nutzlos, wenn der Trainer nicht weiß wie er sein Training abwechslungsreich gestaltet und sein Wissen auf dich übertragen kann.

Mach dein Probetraining und verlasse dich auch einfach auf dein Gefühl. Im Notfall steht es dir frei deinen Vertrag zu kündigen und den Verein zu wechseln.

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